Die Geschichte der Schorndorfer Weiber

Mut, Zusammenhalt und Tatkraft – dafür stehen die Schorndorfer Weiber seit jeher.

Der Ursprung liegt im Jahr 1688. Der Überlieferung nach stellten sich die Frauen der Stadt Schorndorf entschlossen gegen die kampflose Übergabe an französische Truppen. Ob mit Mistgabel oder Kochlöffel – entscheidend war nicht die Waffe, sondern der Wille, Verantwortung für die eigene Stadt zu übernehmen. Dieses Bild prägt die Schorndorfer Weiber bis heute.

Als Arbeitsgemeinschaft wurden sie im Februar 1949 gegründet – in einer Zeit, in der es an vielem fehlte. Statt zu reden, wurde gehandelt. Bereits wenige Wochen nach der Gründung organisierten die Frauen eine Verkaufsstelle für gebrauchte Kleidung und eine Mietwaschküche, unterstützten das Altenheim und halfen beim Aufbau des Kindertagheims. Möbel, Wäsche, Ausstattung – vieles entstand durch ehrenamtlichen Einsatz.

In den 1950er-Jahren engagierten sich die Schorndorfer Weiber maßgeblich für das Gemeinschaftshaus, das heute als Karl-Wahl-Begegnungsstätte bekannt ist. Sie sammelten Spenden, leisteten Eigenarbeit und übernahmen Verantwortung. Auch humanitäre Hilfe gehörte selbstverständlich dazu – Lebensmittelpakete, Unterstützung für Hochwasseropfer, Betreuung von Kindern.

Über die Jahrzehnte hinweg blieb eines gleich: Die Schorndorfer Weiber sind überparteilich und überkonfessionell. Ihr Engagement gilt ausschließlich der Stadt und den Menschen, die hier leben.

Ob bei der SchoWo, auf Märkten, bei kulturellen Veranstaltungen oder mit größeren Projekten wie dem Blindentastmodell auf dem Kirchplatz – die Frauen setzen ihre Zeit, ihre Energie und ihre Ideen ein, um Schorndorf aktiv mitzugestalten.

Heute zählt die Arbeitsgemeinschaft rund 50 Mitglieder. Seit März 2024 steht Gudrun Friedrich an der Spitze des Vereins.

Was geblieben ist: der Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun – gemeinsam, verlässlich und mit Herz.

Vorsitzende

Amtszeit Vorsitzende
1949–1951 Hildegard Hayer
1951–1956 Mathilde Abele
1956–1984 Anneliese Hahn
seit 1984 Ehrenvorsitzende, bis zu ihrem Tod am 17.01.2002
1984–1992 Ingeborg Wichering
06.05.1992–13.03.2001 Sigrid Greiner
13.03.2001–März 2024 Christel Riedel
seit März 2024 Ehrenvorsitzende
seit März 2024 Gudrun Friedrich

Historie

2024

28.10.2024

75 Jahre "Schorndorfer Weiber"

Das 75-jährige Bestehen wurde mit einer geselligen Veranstaltung für die Mitglieder mit Partnern gefeiert.

März

Neuer Vorsitz: Gudrun Friedrich

Im März 2024 übernahm Gudrun Friedrich den Vorsitz der Schorndorfer Weiber. Sie führt den Verein mit neuen Impulsen weiter und knüpft dabei an die bewährten Werte der Gemeinschaft an. Zugleich endet eine lange und prägende Ära: Christel Riedel stand seit 2001 an der Spitze des Vereins und hat die Schorndorfer Weiber über viele Jahre mit großem Engagement, Verlässlichkeit und Herzblut geführt. Ihr Einsatz hat die Arbeit und das Erscheinungsbild des Vereins maßgeblich geprägt. Der Wechsel steht damit nicht für einen Neuanfang, sondern für eine kontinuierliche Weiterentwicklung in guter Tradition.
Christel Riedel übergibt den Vorsitz an Gudrun Friedrich

2019

13. April

Einweihung Blindentastmodell auf dem Kirchplatz

Nach fast zehnjähriger Vorarbeit wurde 2019 das Blindentastmodell der Stadt Schorndorf auf dem Kirchplatz eingeweiht. Das Modell ermöglicht sehbehinderten und blinden Menschen eine haptische Orientierung im historischen Stadtkern. Ein Projekt, das eindrucksvoll zeigt, wie aus einer Idee durch Ausdauer und Engagement ein nachhaltiger Mehrwert für die ganze Stadt entsteht.

2015

01.08.2015

50 Jahre Mosaikbild am Rathaus – Feierstunde

2011

14.01.2011

Verleihung der Daimlermedaille

Verleihung der Daimlermedaille an Vorsitzende Christel Riedel beim Neujahresempfang durch OB Klopfer

2009

27.09.2009

60 Jahre Schorndorfer Weiber

Die Jubiläumsveranstaltung „60 Jahre Schorndorfer Weiber: Die Traumtänzer“ fand im Rahmen der Feierlichkeiten in der Barbara-Künkelin-Halle statt.

2004

11.09.2004

Ehrenurkunde

Im Rahmen der Jubiläumsfeier zum 25 jährigen Bestehen der Amsel-Kontaktgruppe Waiblingen/Remstal hat uns am 11.09.2004 der Landesverband der DMSG Baden-Württemberg für unsere Arbeit für die Amsel-Gruppe die Ehrenmedaille überreicht

2002

29.22.2002

SWR4 – live in der Bronnbachhalle

Landesschau-mobil mit Interview von Christel Riedel

11.01.2002

Verleihung der Daimlermedaille

Verleihung der Daimlermdaille an Vorsitzende Sigrid Greiner

2001

21.04.2001

Schafferpreis

Vom Bund der Selbständigen erhielten die „Schorndorfer Weiber“ für ihre ehrenamtlichen Leistungen am 21.04.2001 den Schafferpreis. Preisträger ist jeweils eine Person oder eine Organisation, die sich in besonderer Weise um die Stadt Schorndorf außerordentlich verdient gemacht hat. Dieser „Wanderpreis“ wird anläßlich eines „Schaffermahls“ feierlich im Rahmen einer Laudatio dem Preisträger für zwei Jahre überberreicht.

1999

19.11.1999

50 Jahre Schorndorfer Weiber

Die Jubiläumsfeier zu 50 Jahre Schorndorfer Weiber findet im alten Rathaus statt.

1997

07.11.1997

Kauf des Entwurfs des Mosaikbildes am Rathaus

Die Schorndorfer Weiber kaufen den Entwurf des Mosaikbildes am Rathaus, erstellt von Prof. Dr. Stockhausen, von Frau Abele. Dieser Entwurf hängt jetzt als Leihgabe im großen Sitzungssaal des Rathauses.

1996

04.12.1996

„Schorndorfer Weiber“ ins Vereinsregister eingetragen

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung fällt der Beschluss den Namen „Schorndorfer Weiber“ ins Vereinsregister einzutragen.

1983

1983

Bauunternehmer Fritz Abele gründet Stiftung

Bauunternehmer Fritz Abele gründet eine Stiftung, durch die alle zwei Jahre die Verleihung des Barbara-Künkelin-Preises an eine Frau oder Frauengruppe verliehen wird, die sich zum Wohle der Allgemeinheit vorbildlich einsetzt. Zum Stiftungsrat gehört u. a. seitdem auch die Vorsitzende der Schorndorfer Weiber.

1988

1988

Aufbau einert "Jungen Gruppe"

Aufbau einer „jungen Gruppe“ mit 12 Frauen.

1988

Theaterstück "Die Weiber von Schorndorf"

Das Theaterstück „Die Weiber von Schorndorf“ wird auf dem oberen Marktplatz aufgeführt.

1988

Frau Albowitz entwirft Scherenschnitt

Zum Künkelinjahr entwirft Frau S. Albowitz den Scherenschnitt „Schorndorfer Weiber“ der heute noch Verwendung findet

1979

1979

30-jähriges Bestehen der Arbeitsgemeinschaft

Zum 30-jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft findet ein großes Fest im Rathaus statt. Gastredner sind Finanzminister Guntram Palm und OB Rudolf Bayler.

1974

1974

25-jähriges Bestehen der Arbeitsgemeinschaft

Frau Erika Bauer und Frau Paula Haushahn gestalten ein großes Fest mit Bildern und Versen zum 25-jährigen Jubiläum

1965

1. August

Enthüllung des Weiber-Mosaiks

Am 1. August 1965 wurde das Weiber-Mosaik an der Nordseite des Schorndorfer Rathauses feierlich enthüllt. Die Schorndorfer Weiber hatten das Kunstwerk maßgeblich unterstützt. Das Mosaik erinnert bis heute sichtbar an das historische Ereignis von 1688 und ist ein fester Bestandteil des Stadtbildes.

1963

10.12.1963

275. Jahrestages vom Weiber-Aufstand

Reinhold Maier hält Rede anlässlich des 275. Jahrestages vom Weiber-Aufstand

1949

Februar

Gründung der Arbeitsgemeinschaft

Im Februar 1949 gründeten engagierte Schorndorfer Frauen die Arbeitsgemeinschaft „Schorndorfer Weiber“. In der Nachkriegszeit ging es vor allem um praktische Hilfe: Kleiderverkauf, Unterstützung des Altenheims und Mithilfe beim Aufbau des Kindertagheims. Von Beginn an war der Verein überparteilich und überkonfessionell – mit klarem Fokus auf das Gemeinwohl.

1688

Der Weiberaufstand in Schorndorf

Als 1688 französische Truppen vor Schorndorf standen, verhinderten die Frauen der Stadt unter Führung von Barbara Künkelin die kampflose Übergabe. Mit Mut und Entschlossenheit stellten sie sich den Plänen entgegen. Dieses Ereignis wurde zum Sinnbild für Zivilcourage und Zusammenhalt – und ist bis heute Ursprung und Inspiration der Schorndorfer Weiber.

Carl von Häberlin: Die Weiber von Schorndorf. Öl auf Leinwand, 1866 (Stadtmuseum Schorndorf)